Ich lese zur Zeit das Buch: "Die Frau und der Fjord".
Warum, das kann man sich vorstellen, lächel...
Der Roman berührt mich.
Vielleicht, weil eine Frau nach dem Tod ihres Mannes einen Neuanfang sucht.
Und ich so vieles wiederfinde, was ich einmal selbst durchlitten habe...
Die Protagonistin trägt für eine Weile die viel zu großen Schuhe ihres Mannes,
bis diese zerfallen und sie wieder die eigenen anzieht.
Sie lernt, wer sie immer hätte sein können und wendet sich dieser Realität zu.
Zwangsläufig stiegen viele Erinnerungen in mir auf.
Und ich fragte mich plötzlich in den Schuhen wessen Mannes ich hätte gehen wollen?
- Da war Pit, mein Mann und Vater meiner Kinder.
- Johann, mit dem ich mich in so mancher Nacht durch Ostfrieslands Diskos tanzte.
- Georg, der sich auf dem 1.Jakobsweg ganz unvermutet in mein Herz schlich.
Wessen Schuhe hätte ich wohl getragen, bis sie zerfallen wären,
um mich an eine glückliche Zeit meines Lebens zu erinnern?
Ich wusste es sofort. Und habe lange geweint in der Erinnerung.
Wie waren wir damals doch so schrecklich erwachsen und vernünftig!
Ach, hätten wir doch unsere Liebe gelebt, wir täten es vermutlich heute noch!
Hätte ich wenigstens seine Schuhe... Ich würde sie bestimmt bis zum Zerfall tragen!