Über so einige Jahre hin habe ich nun nach einem günstigen Haus zum Kauf gesucht.

Gehofft, die Vergangenheit im (sehr) alten zurückzulassen.

Aber so intensiv ich mich auch bemühte: es funktionierte alles nicht...


Es ging mir nicht um eine äußerliche Veränderung, die Suche nach dem Neuen, Besseren.

Ich wollte das Bedrückende, die schwarzen Schatten, nicht mehr ertragen müssen.

Die sich durch die traurige Vergangenheit in den Mauern dieses Hauses verfangen haben...


Nun ist aber, nach mehr als einem Jahrzehnt der Suche, diese zu einem Ende gekommen.

Ich befinde mich derzeit schon im Umzug, sortiere aus, packe ein und um, transportiere.

Und sollte mich freuen, auf den Neuanfang! Aber ich vermag es nicht...


Einen Stauraum hatte ich einst angemietet und so manches Mobiliar schon dort eingelagert,

Regalsysteme aufgebaut, immer wieder fertig gepackte Kartons hingebracht.

Damit es im Fall der Fälle mit dem eigenen Hausverkauf und Umzug rasch klappen könnte...


Letzterer ist nun ja tatsächlich in Gang gekommen, aber so ganz anders als je gedacht.

Seit einigen Jahren wohne ich bei meinem Lebensgefährten. Er wollte es so.

 Wir sind im elften Jahr zusammen, planten immer eine irgendwie gemeinsame Zukunft...


Zu der es nun allerdings nicht mehr kommen wird, denn ich verpacke mein Hab und Gut.

Und habe die erste Ladung schon ins neue (besser:alte) Heim zurückgebracht.

Heute war ich bei IKEA, habe jede Menge an Boxen gekauft. Um zu sortieren...


Darin kann ich meine Bekleidung unterbringen und alles, was man sonst so besitzt.

Meine Bücher sortiere ich noch aus, anderes ebenfalls. Manches aber muss/soll bleiben.

Die Lagerauflösung wird der letzte Schritt sein, ganz am Ende...


Klingt wenig euphorisch könnte man sagen. Ist es ja auch nicht.

Denn es gibt kein neues Haus. Nur ein altes, Baujahr 1565.

Kryptisch ausgedrückt? Deutlicher: Es geht zurück ins alte Haus, es war alles vergeblich...


Warum, weshalb, wieso fragt man sich dann vielleicht. Die Antwort ist einfach.

Er ist frisch verliebt, deshalb bin ich nun im Wege, soll weg. Und will es auch!!

So ist halt das Leben, wird mancher jetzt (vielleicht) kopfschüttelnd sagen...


Das hätte ich normalerweise auch getan. Gefühle entwickeln sich eben manchmal.

Man vermag sie nicht zu steuern. Aber man muss sie auch nicht forcieren.

Das Ziel dieses Gefühls allerdings ist ein Mensch, der mir kaum näher stehen könnte...


Ein Mensch, für den ich viel getan habe und noch viel mehr vorhatte zu tun.

Doch nun stehe ich unter Schock und verstehe die Welt nicht mehr.

Von jetzt auf gleich ist das bischen an Frieden, das ich hatte, zusammengebrochen...


Vieles hätte ich verstanden. Akzeptiert. Wir sind alle "nur" Menschen.

Aber das, was geschehen ist, kann und darf ich nicht dulden.

Wenn ich nicht alle Selbstachtung opfern möchte. Es war schon nahe daran...


Ich verliere also vieles gleichzeitig auf einen Schlag und dieser Begriff passt gut.

Es ist mir, als habe man mir jeglichen Boden unter den Füßen weggezogen.

Es durfte schlicht nicht wahr sein, das redete ich mir mit Gewalt ein...


Doch dann mehrten sich die Anzeichen, ich konnte nichts mehr weiterhin verleugnen.

Warum kann man nicht sofort an einem gebrochenen Herzen sterben? Ich wünschte es mir!

Es bleibt mir nur wie ein geprügelter Hund zu gehen. Wohin? Nach Hause...



Wohin denn auch sonst??????