...bei den sieben Zwergen?
Es wird wohl heute (am 18.11.2025) ein etwas kryptischer Eintrag werden.
Weil ich weiß, dass ich noch fast nichts weiß...
Das macht es jetzt auch nicht gerade besser, aber ich bin selbst verblüfft...
Ein paar Tage ist es her, da war ich wieder einmal für so einige Zeit allein.
Fast zwei Wochen sollten es werden und ich nahm mir manches vor.
Der Mensch denkt, Gott lenkt. Sagt der Volksmund. Und so kam es auch!
Das Haus zu hüten, das nicht meines ist, das freut mich nie.
Es ist verbaut, oft hat man aus 2 Räumen einen gemacht, im rechtem Winkel.
Diese Art von vergewaltigtem Grundriss gibt es in vielen Ostfriesenhäusern,
die von "Auswärtigen" (Bezeichnung durch Ostfriesen) erworben wurden.
Dadurch wird es vielleicht optisch größer, aber keinesfalls besser.
Es handelt sich um Klinkerhäuser für Flüchtlingsfamilien,
nach dem zweiten Weltkrieg rasch und günstig hochgezogen.
In der heutigen Zeit sind sie irgendwie Fossile aus einer anderen Welt...
Um mich an einen anderen Ort zu denken bleibt mir das Internet.
Wie ich wann wo hingekommen bin, das kann ich gar nicht mehr sagen.
Auf Auswandererseiten irgendwie. Nordische Welten. Abenteuer.
Bis tief in die Nacht hinein lese und schaue ich wie gebannt.
Wohl in der Hoffnung, dass ab dem Morgengrauen keine Einbrecher kommen.
Komisch, aber ich habe mich hier nie sicher gefühlt, wegen der vielen Fenster?
So lande ich auf der Seite einer Auswanderin und lese mich fest.
Wahnsinn, wie mutig manche Menschen sind! Stundenlang klicke ich Seiten an.
Gehe erst gegen Morgen zu Bett, als ganz leise die Sonne den Horizont erhellt.
All' die Fotos nehme ich mit in meinen Schlaf und träume davon.
Rufe ähnliche Seiten am Folgetag auf und schwelge in den bunten Bildern.
Wenn ich jünger wäre... Wenn ich gesund wäre... Man ist ja vernünftig!
Aber reisen könnte ich ja noch, wie sind denn die Preise dort? Ohhh...
Nun klar, Skandinavien ist ohnehin teuer. Die Lofoten besonders!
Es waren ja auch nur Träume, das muss mir noch erlaubt sein.
Dass sie ein Saatkorn ganz tief in mich gepflanzt haben, das reifen wird,
ahne ich in dieser Zeit nicht, wie auch?!
Am Folgetag schaue ich noch einmal nach, um mich zu erinnern.
Klicke mich bei Google durch Unmengen von Bildern zum Thema "Nyksund".
Suche das allerschönste aus, lade es mir herunter und speichere es.
Entscheide, dass ich es unbedingt als großes Wandbild haben muss!
Suche Anbieter, vergleiche und entscheide, klicke auf "bestellen".
Die Email mit der Bestätigung bekomme ich im allerletzten Moment noch. Minuten später geht im Internet überhaupt gar nichts mehr.
Und das wird für fast eine Woche so bleiben. Was los ist, das weiß ich nicht.
Allein im Haus, ohne Verbindung zur Außenwelt. Warum, was ist geschehen?
Die Zeit dehnt sich schier endlos aus. Ist kaum auszuhalten.
Dieses Schweigen, diese endlos erscheinenden Tage ohne jeglichen Kontakt...
Freizeit habe ich nun im Überfluss. Schlechtes Wetter auch.
November halt. Die Dunkelheit kriecht schon mittags in die Räume.
Die Kälte bleibt gleich auf Dauer, sie scheint ins Haus eingezogen zu sein.
Ich beschließe Holz zu hacken, schleppe es hinein zum Ofen, schaue den
Flammen zu, entscheide im Wohnzimmer in der Wärme zu schlafen.
Träume von Holzhäusern, unendlichem Wald, stillen Straßen. Und Schnee.

Wie haben mir vor vielen Jahren sterbende Patienten so oft gesagt:
"Wenn ich geahnt hätte wie kurz das Leben ist -
dann hätte ich alles ganz anders gemacht!"
Warum fällt mir das gerade in diesen stillen Tagen ein?
Vielleicht eben deshalb. Weil es wenig Ablenkung gibt.
Ich in dieser ganzen Zeit kein einziges Wort gesprochen habe.
Ganz zurückgeworfen auf mich selbst.
Am Dienstag der kommenden Woche trete ich eine kleine Reise an.
Sie wird mich in Berge führen. Und viel dichten Wald.
Zu einem weiß-roten Haus, das schon länger auf Wärme wartet. Wie ich.
Wir werden miteinander korrespondieren.
Vielleicht verstehen wir einander ohne viele Worte...

(M)ein Haus aus Holz....?