Silvester 2025 / Jahresbeginn 2026
Der Tag zog sich wie Kaugummi, weil ich irgendwie auf etwas wartete.
Was das sein sollte, das könnte ich gar nicht genau benennen...
Ich glaube, dass es uns manchmal so ergeht.
Vielleicht erhoffen wir uns etwas. Was dann doch nicht eintritt.
Weil es irgendein besonderer Tag ist. Ein Geburtstag. Oder Silvester. Wie heute...
Nein, es kam kein Brief, keine Mail und auch kein Anruf.
Wie anders war das doch früher. Die Familien-SMSen gingen fast zeitgleich ein.
Wir telefonierten auch, lachten, umarmten uns durch den Äther.
Was waren Entfernungen, nichts schien uns trennen zu können...
Warum ist es nun so anders? Wegen reiner Begierde?
Eines alten Mannes, der sich an ein junges Leben krallen wollte... Oder will.
Den größten Teil des Tages über sitzt er mit dem Smartphone in der Hand da.
Scrollt. Und scrollt. Liest ab und zu. Verschwindet danach in der Garage.
Um zu schreiben. Meiner Tochter? Von der ich nichts mehr weiß...
Es geht nicht um den Betrug an sich. Aber ich habe damit meine Familie verloren.
Jene Menschen, für die ich vor kurzem noch bedenkenlos mein Leben gegeben hätte.
Alles zerstört. Abgeschnitten. Vernichtet. Zertrampelt, gefühllos.
Nie mehr wird es sein wie früher. Eines der Kids anrufen mit : "Hallo Mum!!"
Mit diesem Lachen, das man von seinem Kind so gut kennt. Und so doll liebt...
Das Leben geht weiter. Ach ja? Aber wie denn? Ich atme. Wache. Schlafe.
Aber was hat das mit meinem früheren Leben zu tun? Nichts. Rein gar nichts!
Ich denke manchmal an alle Länder die ich durchwandert habe.
An die unzähligen Herbergen. Zeltnächte. Lagerfeuer. Und treue Gefährten.
Die schweren Verletzungen, leichte Kratzer. Gluthitze und Schneefelder.
"Doch irgendwie bin ich noch hier. Es reicht für heute, für Ende Dezember...
"Ich blieb mir nah. Und bin noch da". Klingt doch gut, nicht wahr?
Mehr als zu überleben war nicht möglich. Aber es ist nicht das LEBEN!
Einen Glückskeks darf ich mir aus der Tüte ziehen und reiße die Hülle auf.
Hole den kleinen Zettel heraus. Auf dem (wohl nun für den Januar) steht:
"Dies ist ein verheißungsvoller Monat,
aber Du musst wachsam bleiben!"
Bin ich. Weil ich in meinem Leben gelernt hab' auf mich zu achten.
Um es zu überleben. Denn sonst gäbe es mich längst nicht mehr...
Und auch im Moment läuten bei mir Alarmglocken. Neue.
Wollen Menschen offenbar etwas für sich selbst. Lesbar zwischen den Zeilen.
Eine Auswanderung wäre ein Riesenschritt. Unumkehrbar.
Und ich würde in zehn Jahren gern noch bloggen. Ende Dezember, lächel....
