Sonnig aber kalt, das trifft es wohl gut!
Wieder einmal packe ich Sachen in den alten Berli(ngo).
Seit fast dreißig Jahren trägt er mich nun schon brav durch die Welt.
Eigentlich ist er gerade erst gut eingefahren mit 132000 Kilometern, lächel...
Heute fahre ich nicht über die Autobahn nach Emden,
sondern bummmele am Deich entlang, auf dem die geliebten Schafe grasen.
Ich summe den Song im Radio mit: "Kein Grund zu bleiben...," singt Roland Kaiser.
Und ich könnte gar nicht sagen wie es kommt, als ich plötzlich denke:
"Du fährst nach Hause und die Sonne scheint, wie schön!"
Es ist das allererste Mal, dass ich dies von Herzen so empfinde!
In der Emder Straße liegt alles kreuz und quer, der erste Herbssturm brettert.
Verkehrsschilder für Absperrungen hat's umgehauen, ich räum' sie weg.
Blättermassen wehen turbulent durch die Luft - riesig sind die Bäume geworden...
So vieles hat sich gewandelt seit ich fort war. Ich mich auch!
Renovierungs - Zubehör trage ich ins Haus, den schon übervollen Hausflur.
Tapezieren wollte ich, aber es stellt sich heraus, dass das nicht so einfach ist.
Erst einmal muss die alte Tapete herunter und darunter befindet sich noch eine.
Auf Rigipsplatten, die sich lebhaft wehren. Rasch sind Stunden vorbei...
Untertapete müsste her, oder Isoliergrund, hab' ich aber beides nicht.
Nur alte Zeitungen. Gut, dass ich flexibel bin, das Haus muss es auch sein.
Der Kleister ist auch nicht mehr was er mal war, da muss er durch...
Immer diese Zimmerecken und die Balken unter der Decke!
Stunden vergehen und geschafft ist nicht was ich wollte. Stop!
Ein wenig hinaus möchte ich noch, zum geliebten Delft.
Oh, "Thiele-Tee" hat ein neues Café eröffnet, es ist leider rappelvoll!
Das ist wieder etwas für die Touristen, was sie als typisch empfinden.
Wäre mir früher wahrscheinlich auch so ergangen, aber das ist lange her.
Ich werd' schon mal 'nen ruhigen Tag mit freien Plätzen erwischen...
Mit verklebten Händen und ziemlich erschöpft geht's zurück ins Moormerland.
Erstaunlicherweise fahre ich ab der Emder Stadtgrenze allein am Deich entlang.
Kein einziges Auto bedrängt mich schneller zu fahren, das ist wunderschön!
Ebenso wie der strahlend blaue Himmel mit den schneeweißen Wattewölkchen.
Welch' so ganz anderer Tag! Sollte ich mich seelisch "gefangen" haben?
Tausende Wildgänse rasten auf den Salzwiesen und singen mir schnatternd ein Lied.
Es sind nur Momente, in denen ich denke: "Vielleicht wird doch alles gut?!"
Am Abend 2 Nachrichten aus Salzburg, ich höre eine inzwischen vertraute Stimme.
"Schlaf gut," antworte ich schriftlich.
Und das meine ich auch genau so...