Und täglich grüßt das Murmeltier, wieder wartete in Emden die Küche auf mich.

Vor Jahren schon hatte ich eine Zimmertür in der richtigen Größe ergattert, mit Glaseinsatz.

Was bei den Kleinanzeigen von ebay keinesfalls selbstverständlich ist.

Schon gleich gar nicht im strukturschwachen Moormerland, hier hebt man eher alles auf.

Für den Fall der Fälle, dass die Kinder mal bauen, eine Tür kaputt geht und andere Notfälle.

Ein kischbaumfarbenes Exemplar mit gelbem Glaseinsatz war eher nicht mein Traum,

aber wie war das mit dem Teufel, der in der Not... auch das Ding gekauft hätte?!


Nun passt eine neuzeitliche Tür (60er Jahre) nicht so ganz in ein Haus der Weserrenaissance.

Also war Fantasie gefragt und die hab' ich bei der Bauerei. Ornamente sind auch vorhanden.

Grundsätzlich kaufe ich so etwas immer gebraucht, wenn im Angebot und der Preis stimmt,

anders ginge es gar nicht, als mit "Hortung" im erträglichen Rahmen.

Und so ist "das häßliche Entlein" nun auf dem Weg zum stolzen Schwan, hoffe ich jedenfalls.

Verleimtes muss trocknen, da ist Geduld gefragt und an anderer Stelle muss es weitergehen...


Also wird zwischen den Räumen gependelt, was auf 194 qm kein Problem ist, Arbeit ist genug da!

Grundiert habe ich danach lieber doppelt und nun den ersten weißen Mattlack aufgebracht.

Man kann schon sehen wie es wird und niemand wird direkt eine moderne Tür vermuten. 


Bei dieser Gelegenheit schaute ich zwangsläufig immer wieder ins benachbarte ehemalige Bad,

das als solches zur Zeit nicht mehr zu erkennen ist, da zur Rumpelkammer verkommen.

Aber wie sagte einst schon der württembegische Ministerpräsident Winfried Kretschmann:

"Irgendwo muss das Zeug schließlich hin!" Gemeint war damals Atommüll...,

den hab' ich nun nicht, aber hin und her räumen muss ich trotzdem enorm.

Im Bad stehen noch die überzähligen Teile der riesigen Gebrauchtküche, da muss sortiert werden.

Die Badewanne soll raus, die olle Dusche auch, da kommt dann die Flex zum Einsatz.

Gottseidank residiert in der Nachbarstraße ein "Schrotti", der freut sich über Metall...





Man sieht den Wald vor Bäumen nicht, hinten befindet sich die Badewanne und rechts die Duschkabine...



Am Sonntag durchforstete ich kritisch online das Emder Tapetenangebot.

Dass ich die Niederlande liebe und gern dort bin ist kein Geheimnis,

im dortigen Angebot der Grenzregion hatte ich schon gestöbert, aber die Preise...

Doch wie das immer ist, wenn man sich in etwas verguckt hat, man vergleicht

und nichts ist so schön wie jenes, das man sich in den gemarterten Kopf gesetzt hat...


Früher hatte ich vieles ruhig und neutral gestaltet, die Möbel und nicht die Wände sollten wirken.

Grafische Muster, z.B. breite Blockstreifen gefielen mir. Und bitte nichts in "bunt"!

Nun vergucke ich mich ausgerechnet in eine Art von Dschungeltapete, typisch holländischer Stil,

mehrfarbig, mit Tieren, Ranken und ganz viel an sonstigem Leben.

Aber der Preis haute mich um. Macht, wenn man acht Rollen braucht... Oh, schluck...

Es wurde also nichts mit dem Traum aus Papier und wilder Fantasie.


Der Sonntag bot Gelegenheit im Internet zu suchen im heimischen Gefilde.

Nun ist Emden nicht gerade das Zentrum von Kunst und Moderne (trotz "Kunsthalle"),

da wird eher schlicht und bodenständig gekauft, was ich nun einmal nicht wollte!

Es fand sich nur ein einziges weitläufig verwandtes Exemplar, nicht wirklich vergleichbar.

Also durchstöberte ich denn gestern offline das komplette Angebot. Enttäuscht, na klar.

Es ist nie gut, wenn man sich etwas in den (Dick)Kopf gesetzt hat und nicht findet!

Aber am Ende wurde es dann ein schlichterer Dschungel, immerhin mit Affen und Vögeln...


Ein Exemplar in der Hand ging's ab zum Baumarkt mit den drei Buchstaben, der alles hat.

Nur zur Tapete nix an Bodenbelägen, oder die Preisklasse ist nicht die meine, 

kann es denn wahr sein, bei dergestalt viel an Laminat?!

Entweder passen die Muster nicht, oder die Farben sind eher konservativ (Eiche, bäh!).

Doch siehe da, beim Stapel zum Sonderpreis, da werde ich fündig, alles fügt sich zusammen...

Erst wird zum Auto geschleppt, dann ins Haus und die steilen Treppen hoch.


Was lerne ich wieder einmal daraus: Nie aufgeben. Vertrauen haben. Es kommt wie es sein soll.

Sich nicht seelisch belasten mit schweren Gedanken.

Und den Raum mit überflüssigem Ballast.

Es reist sich einfacher mit leichtem Gepäck, auch durch's Leben!

Und morgen geht es weiter, mit dem Dschungel der Möglichkeiten...