Bevor ich zu schreiben begann, da sollte das Thema ein ganz anderes sein.
Doch als das Notebook aufgeklappt vor mir lag, da sah ich auf die Bildschirmfotos.
Und ich fragte mich... Wo sind sie geblieben, meine Kinder?
Das Emder Haus wird mich bis zu meinem Tod immer an sie erinnern!
Die beiden "Großen", die auf meine Briefe nicht (mehr) antworten.
Seit jener Mann, der mit mir 10 Jahre lang lebte, es plötzlich auf meine Tochter abgesehen hatte.
Was wiederum meinen Sohn zwang sich für eine Seite zu entscheiden.
Er war der Schwester verpflichtet, da sie ihm einst sehr half, also...

Vom "Kleinen" musste ich mich vor vielen Jahren in einem Bremer Krankenhaus verabschieden.
Nach einer noch immer für mich unvorstellbar schweren Entscheidung.
Würde ich sie heute anders treffen, als wesentlich reifer Mensch, mit dem Wissen von 2025?
Ja. Punkt.
Schon immer war ich ein Mensch mit viel Mut und Kraft.
Wäre es anders gewesen, so hätte ich nicht einmal meine Kindheit überlebt.
Allein die Zeit im Waisenhaus... Unvorstellbar, was man kleinen Wesen antat...
Ist es derzeit anders, an Orten, wo Menschen anderen ausgeliefert sind?
Das bezweifle ich, man möge es mir verzeihen. Im Angesicht all' der Kriege.
Der Aufenthalt im Emder Haus fiel mir heute schwer.
Obwohl ich vorher einen schönen günstigen Teppich in creme und blau gefunden hatte.
Der sich wunderbar unter dem Esstisch und den Stühlen in gelb und hellblau machen wird.
Einen rechteckigen Sonnenschirm habe ich auch gefunden, der mir wichtig war/ist.
Damit ich meine Holzterrasse (auf die 1.Etage hochgelegt) vor Hof-Blicken abschirmen kann.
Ich möchte niemanden ringsum sehen und auch nicht mich präsentieren.
Ganz leise und unauffällig möchte ich zurückgezogen in meinen uralten Mauern leben.
Manchmal tanzen, wenn mir danach ist. Aber auch weinen, zu anderen Zeiten.
Es wird nicht einfach werden wieder allein zu sein, nun vielleicht mehr, als ich es je war.
Was werde ich tun? Planen? Fühlen? Wohin fahren? Welchen Weg gehen?
Letzteres weiß ich wenigstens... Einen kenne ich jedenfalls, der schon lange auf mich wartet!
Vielleicht lerne ich auf diesen langen 800 Kilometern alles zu verstehen.
Was im letzten Jahrzehnt geschehen ist. Und was mein Anteil daran war.
Denn im Leben geschieht nichts umsonst und wir sind immer ein Teil davon!
Morgen geht es wieder gen Emden und in der Küche weiter.
Die beiden Arbeitsplatten sind passend gesägt und liegen beschwert in einem Silikonbett.
Sie sind bereit zur Verschraubung und warten auf die Wandleisten.
Anderes ist auch auf dem Sprung einen Ort zu finden, Regale zum Beispiel.
Große Leinwandbilder werden maritime Motive präsentieren, passende Deko auch.
Einen Tisch mit sechs Stühlen gibt es schon. Wer wird dort je sitzen???
Ich habe keine Antwort darauf. Ein kleinerer hätte schlicht verloren gewirkt.
So verloren, wie ich mich dort in diesem Raum schon jetzt fühle...
Sag' mir wo meine Liebsten geblieben sind? Und warum?!
