Es ist die Nacht bevor...

Jene, in der ich noch ohne ein wirkliches Zuhause bin.

Weil ich seit Jahren an einem Ort schlafe, 

in dem ich nie hätte sein wollen. 

Geschweige denn leben. 

Doch ich habe viel Zeit hier verbracht.

In der ich viel Leid erfahren habe

und keinen Ausweg finden konnte...


Warum jetzt?

Weil alle Grenzen meiner Geduld überschritten worden sind.

Sehr weit. Oder sogar noch mehr als das.

Geschehen ist das Undenkbare,

das wohl keine Mutter würde verzeihen können.

Ich habe es mit aller Macht versucht,

aber es hat nur mein Herz immer mehr gebrochen.

Und mich letztendlich sehr krank gemacht...


Wonach suche ich jetzt?

Nach jenem Ort an dem ich "heil" werde.

Weit genug fort von allem, das mich so tief verletzt hat.

Und von allen, die mich rücksichtslos verletzen wollten. 

Ich will sie nie wiedersehen. 

Denn ich liebte sie. Aber sie offenbar nur sich selbst...


Morgen in der Frühe fahre ich einem neuen Leben entgegen.

So Gott will. Vielleicht wäre es auch nur "anders".

Doch das allein genügt mir nicht. 

Deshalb muss ich mich bemühen,

 trotz allem den Verstand nicht auszuschalten.

Ich werde es hoffentlich wissen, dann wenn ich dort bin.


Ob es der Ort ist, an dem ich meine letzte Zeit verbringen möchte.

Ob es das Haus ist, in dem ich dann sein mag.

Ob dort Menschen sind, die mir eine Chance geben.

Ihnen noch zu begegnen, mit ihnen etwas zu bewegen. 


Ich hoffe, dass ich es erkenne, wenn ich vor dem Haus stehe.

Meine Hand vorsichtig an seine Hülle aus warmem Holz lege.

Und durch den Schnee ringsum stapfe.


Wird es zu fern von allem bisherigen Leben sein?

Oder sogar noch zu nah?

Die lange morgige Fahrt von fast 800 km schreckt mich nicht.

Aber die Sorge, dass ich mich dort vielleicht fremd fühlen könnte.

Weil ich es faktisch natürlich auch bin.


Was ich mir wünsche? Die Hand an irgendetwas im Haus zu legen. 

Und zu spüren, dass ich das noch oft tun möchte.

Weil ich mich dort zuhause fühle...


Es wird sein, wie es geschehen soll!

Der Preis des Weges dafür wird definitiv extrem hoch. 

Weil ich am Ende alles verlieren werde, was mich bisher gehalten hat.

Da ich mich auf den Weg in die Dunkelheit gemacht habe.

Aber ich möchte bestimmen, dass es MEINE eigene ist.

Den Ort. Die Zeit. Den Moment. Wie es geschieht.



Lieber die Falschen gehen lassen. Das ist okay. 

Denn diesen meinen letzten Weg kann ich am Ende nur allein gehen.




Es ist besser, als nicht mehr man selbst zu sein!