Vor wenigen Tagen noch schien alles so klar zu sein.

"Komm nach Hause", so hatte man mir geschrieben.

Und das setzte sich fest in mir, denn es schien der richtige Weg zu sein!

Die Gelegenheit schien da zu sein, denn ich wäre 12 Tage allein.

Vieles ist schon gepackt, auf den Rest warten Boxen und Kartons.

Alles war offenbar ganz einfach... Oder doch nicht?


In meinem inzwischen ziemlich langen Leben habe ich vieles gelernt.

Auch schon sehr früh, mich ganz auf mich selbst zu verlasen.

Aber es gibt auch gute Menschen, ehrliche, zuverlässige.

Und eine solche Freundin habe ich. Leider allerdings in der Ferne...

Wie eine ältere Schwester war sie immer für mich. Ingrid, ich danke Dir dafür!


Doch manchmal braucht es auch Menschen in der Nähe!

Und eben die habe ich nicht. Auch meine Kids und mein Enkel sind mir genommen...

Der Verursacher dessen ist sich keiner Verantwortung bewußt, will es nicht sein.

Reden ist zwecklos, es zermürbt. Aber nun?


Aus den zwei Wochen Besinnung, Umzug und Neubeginn wurde nichts.

Weil die Helfer keine waren. Sondern nur mein Haus wollten.

Ich hasse Investoren und Immo-Sammler, Airbnb sowieso.

Hier kam alles zusammen. Mein Zuhause sollte zu schnöden Fewos werden.

Ein Kaufmannshaus aus dem 16.Jahrhundert, ich fasse es noch immer nicht!

Billig von mir erschlichen, aber teuer vermarktet. Doch ich hab's gemerkt!


Was nun? Ich kann es nicht sagen, packe weiter, um gehen zu können. Wohin?


Eine Mail von ihm geht ein: "Alles erledigt hier, ich breche ab, komme zurück!"

Die fast zwei Wochen Freiheit waren keine, nur ein paar Tage.

Ich hab' mich ein wenig erholt, bin aber die halbe Treppe hinunter gefallen.

Es hat leider jenen Fuß erwischt, dessen Würfelbein gebrochen war.

Und genau in diesem Bereich hat sich ein unförmiger Klumpen gebildet...

Na prima... Aber ich habe alles fest umwickelt und laufe, weil ich muss!


Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass es nun aber reicht!

Dass es selbst mir zu viel wird, dass ich einfach müde bin und nicht mehr will...

Aber am nächsten Morgen stehe ich doch wieder auf und mache mir Mut.

Es gibt viele Frauen wie mich! Heldinnen des Alltags. Verborgen, still!

Aber was wäre die Welt ohne sie? Die Männer würden wohl untergehen...


Morgen geht der Kampf weiter. Ja!