Warte nicht so lange, bis es zu spät ist...
Wie oft habe ich das gedacht!
Sie auch? Vielleicht nie...
Jene, die für mich über Jahrzehnte die ganze Welt waren!
Wer oder was denn auch sonst?
ALLES waren meine Kinder für mich. Der Sinn meines Lebens.
Doch einer davon wollte was ich besaß. Um seine extremen Schulden zu tilgen.
Und eine nahm mir was ich liebte. Auch um gleiches zu tun, nur anders.
Was mir blieb? Ich! Der Rest davon jedenfalls.
Nennt man ihn den "Bodensatz?"
Was vermag dieser? Was will er überhaupt noch erreichen?
In Brandenburg tanzen vier Menschen (plus Partnern) um die alten Eltern herum.
Jeder Atemzug, jedes Wort, jedes Telefonat werden extremst bewertet.
Mir ist das fremd. Zugleich bewundere ich es. Irgendwie jedenfalls.
Weil ich (zu viel?) die Hintergründe dieser Familie kenne.
Hätte ich meine Kids auch verprügeln sollen? Im dunklen Keller einsperren?
Unvorstellbar sind solche Grausamkeiten für mich! Und das war falsch?
Ich war zu zärtlich? Zu liebevoll? Immer da für ihre Nöte? Das war verkehrt?
Eine junge Mutter war ich. Nie fern von diesen so kleinen, verletzlichen Wesen.
Die ich immer unendlich geliebt habe, die der Lebensinhalt für mich waren.
Vielleicht, weil ich selbst nie die sorgende Liebe von Eltern erleben durfte...
Hoffe ich immer noch? Oder habe ich im letzten Jahr aufgegeben?
Irgendwie schon. Ich bin allein.
Und werde eines Tages einsam und nicht umsorgt sterben. Das ist schon klar.
Warum? Was habe ich in ihren Augen falsch gemacht???
Warte nicht zu lange, sag' die wichtigen Worte heute!
Morgen oder übermorgen könnte es zu spät sein.
Und das stimmt mich sehr traurig. Für beide Seiten...