So oft bin ich nun im Emder Haus... Zuhause? Darauf finde ich noch keine Antwort.
Wird es sie jemals geben?
Heute wurde zum ersten Mal der Absperrhahn für's Wasser im Keller aufgedreht.
Mit viel Mut, denn das sprudelnde Element hätte z.B. die Küche fluten können.
Alle Anschlüsse dort sind neu. Und wurden noch nie ausprobiert.
Da hält man dann den Atem an. Bis die mögliche Katastrophe ausbleibt.
Morgen teste ich den Anschluss der Spüle. Mit viel Mut werde ich den Kran aufdrehen.
Wenn alles funktioniert, dann ist zumindest dieser eine Raum fertig, bis auf Details...
War/bin ich erleichtert, oder mutlos und traurig?
Diese Gefühle wechseln von Tag zu Tag, manchmal auch stündlich.
Weil ich noch immer nicht verstehen kann was geschehen ist, alles zerstört hat.
Was ich für mein Leben gehalten hatte, wenn auch als Gast im fremden Haus.
Bin ich nun auf der Flucht? Oder unterwegs nach Hause?
Darauf finde ich keine endgültige Antwort. Jedenfalls im Moment nicht...
In meinen Träumen fliege ich in ferne Länder, auf eigenen Flügeln.
Wie es schon als Kind war, als ich doch in Gefangenschaft lebte.
Daheim. Im Waisenhaus. Im Kinderheim im Schwarzwald. Im Dorf in der Ferne.
Ein Zuhause hat für mich eine ganz besondere Bedeutung,
vielleicht viel mehr, als für die meisten anderen Menschen.
Werde ich zurückgehen und damit anknüpfen können an die Vergangenheit?
Da bin ich mir im Moment überhaupt nicht sicher, kein bischen...
Aber, dass ich sterben würde, wenn man mich weiterhin ankettet, das weiß ich sicher!
Ich möchte wieder leben. Lachen. Reisen. Die Welt entdecken.
Zugleich wird das auch eine gewisse Einsamkeit bedeuten , das ist mir klar.
Aber man bezahlt immer einen Preis, so oder so.
Man muss ihn nur für angemessen halten...
Doch war er viel zu hoch, seit mehr als einem Jahrzehnt.
Und hat mich fast mein Leben gekostet.
Es war ein Käfig, der keinesfalls golden, sondern aus massivem Eisen war...
Ist es nun eigentlich zu spät für alles, oder gerade noch rechtzeitig?
Das weiß ich erst in einiger Zeit!
Aber ich muss es wagen zu springen, wenn auch in die Ungewissheit.
Den Mut dazu habe ich. Es bleibt mir auch nur das übrig...
