Ich bin müde. So unendlich erschöpft.

Tapeziere trotzdem im Emder Haus das komplizierte Muster.

In das ich mich vor ein paar Wochen noch so verliebt hatte.

Jetzt suche ich. Nach halben großen Blättern. Nach kleinen.

Nach Affen die klettern. Anderen die schaukeln.

Und bemerke, wie schwer es mir fällt die jeweiligen Ansätze zu finden...


Vielleicht, weil ich es gar nicht will. Oder mit meinen Gedanken ganz woanders bin.

In Zeiten, die vergangen sind. Schon lange.

Vielleicht habe ich mich verzweifelt daran festgehalten.

In den alten Wänden die Stimmen meiner Kinder gehört.

Weil ich mir ganz tief in mir so unendlich gewünscht habe,

dass es noch immer das Haus meiner kleinen Familie sein möge...


Doch immer mehr begreife ich die Realität.

Ich werde wieder allein sein. Mit drei leeren Kinderzimmern. 

War doch klar, oder nicht? Natürlich! Aber mein Herz wollte es dennoch verleugnen.

Um zu überleben. Woche für Woche. Tag für Tag. Stunde für Stunde.

Man kann sich selbst belügen. Aber nicht auf Dauer...


Was wird aus mir? Ich weiß es im Moment nicht. Und das ist gut so! 

Morgen tapeziere ich weiter. Völlig sinnfrei. Der inneren Pflicht gehorchend.

So war ich schon als Kind. Das immer stark sein musste um zu überleben.

Doch ist das heute immer noch so? 

Ich bin nicht mehr im Waisenhaus. Oder doch? Vielleicht ist es noch immer in mir?


Was wird sein? Ich möchte nicht noch einmal packen. Wieder umziehen.

An Geburtstagen und Weihnachtsfesten in der eisigen Kälte des Hauses allein sein. 

Ich bin einfach unendlich ausgelaugt und schmerzhaft leer. 

Aber hoffe auf ein glücklicheres Leben für meine Kinder.

Auch wenn ich es bin, die den hohen Preis dafür zahlen wird.


Doch das ist es mir wert. Muss es sein!