Erneut wird ein Jakobsweg-Pilger vermisst (verschwunden 29.5.15) in Finisterre. Dazu passt folgende Meldung von domradio.de:

 

21.05.2015

Tod und Gewalt beim Pilgern nach Santiago de Compostela

Vermisst auf dem Jakobsweg

Sie waren dann mal weg. Fälle von Tod und Gewalt auf dem Jakobsweg sind seit dem Mittel- alter bekannt. Damals lauerten Wegelagerer Pilgern auf, in der Gegenwart gibt es nun eine neue, beunruhigende Dimension.

Die Pilgergemeinde nach Santiago ist besorgt. Seit April wird die nordamerikanische Pilgerin Denise Thiem vermisst. Das letzte Lebenszeichen der 41-Jährigen stammt aus Astorga. Die Stadt im Nordwesten Spaniens dient Jakobspilgern als Durchgangsstation in eine der schönsten u. einsamsten Berglandschaften des Wall- fahrtsweges, die Montes de Leon mit dem sagenumwobenen "Eisenkreuz" Cruz de Ferro.

Die Pilgerin Thiem kam auf dem Dach des Jakobsweges nie an

Das auf über1.500 Metern gelegene Kreuz markiert das Dach des Jakobsweges, höher geht es auf dem Weg zwischen den Pyrenäen und Santiago de Compostela nicht mehr hinauf. Denise Thiem kam nachweislich nie oben an, hatte aber - wie alle Pilger - vor, den Weg dorthin einzuschlagen. Dies war auch ihrer letzten Mail an Freunde in den USA deutlich zu entnehmen.

Weitere Entführungsversuche auf dem Pilgerweg

Bevor man die Aufstiegspassagen in die Bergwelt erreicht, führt der Jakobsweg durch einsames Busch- und Heideland und das Dorf Santa Catalina de Somoza. Eben dort entging am vergangenen Wochenende eine ortsansässige Spaziergängerin nur knapp einer Entführung. Die Frau bemerkte laut Polizeiangaben nahe ei- nem Rastplatz für Jakobspilger ein kleines, dunkles Auto. Im Inneren befanden sich demnach zwei Männer, die sie heranzuwinken versuchten, als würden sie etwas fragen wollen.

Der 50-Jährigen kam die Situation nicht geheuer vor. Als sie nach eigenen Angaben bemerkte, dass einer der Männer halbmaskiert war und der andere das Auto verließ und auf sie zukam, rannte sie davon. Der Unbekannte habe sie eingeholt und am Arm gepackt, offenbar um sie zum Auto zu ziehen - doch es gelang ihr, sich loszureißen und zu flüchten. Dank ihrer Ortskenntnis fand sie ein Versteck.Ihrer Aussage zufolge sprachen die Unbekannten nicht Spanisch miteinander; sie vermutete eine osteuropäische Sprache.

Laut den laufenden Ermittlungen haben die beiden Fälle des versuchten Kidnappings und der verschwun- denen Pilgerin nicht "a priori" etwas miteinander zu tun. Allerdings könne eine Verbindung nicht ausge-schlossen werden. Wie die Regionalzeitungen "Diario de Leon" und "La Voz de Galicia" berichten, haben bereits mehrere Pilgerinnen, die in dieser Gegend unterwegs waren, ausgesagt, "bedrängt" und "belästigt" worden zu sein. Offizielle Anzeigen liegen nicht vor, doch Anwohner des 60-Seelen-Dorfes Santa Catalina de Somoza bestätigen solche Vorkommnisse; es entstehe ein Klima der Unsicherheit.

Suchmaßnahmen im Fall Thiem bislang erfolglos

Was mit Denise Thiem passiert ist, stellt sie Polizei bislang vor ein Rätsel. Trotz intensiver Suchmaßnahmen mit Hilfe von Polizeieinheiten, Spürhunden, Helikoptern und Freiwilligenteams gebe es bislang nicht die ge- ringste Spur. Das weist Parallelen zum Fall Manfred Reyle auf. Der damals 73-jährige Pfarrer aus Tübingen verschwand im August 2011 auf dem Weg hinauf zum Grenzpass von Somport, dem zweitwichtigsten Py- renäen-Übergang der Jakobspilger. Auch damals fand eine ausgedehnte Suche statt, die völlig ergebnislos verlief. Im Berggebiet um das Cruz de Ferro hat die Polizei nunmehr die Präsenz verstärkt.

Ob Reyle u. Thiem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen ist bislang nicht bewiesen, aber wahrscheinlich. Bei der amerikanischen Pilgerin könnte ein sexueller Übergriff stattgefunden haben, so wird vermutet. Die Hoffnung, sie lebend zu finden, sind - trotz der Facebook-Seite "Help us find Denise" - wohl eher gering.

Pilger sollten nicht allein wandern

Besteht für Alleinwanderer auf dem Jakobsweg nun eine verstärkte Gefahr? Immerhin verläuft die Strecke vielerorts durch entlegene, dünn besiedelte Gegenden. Francisco Esteban Palomo, ein spanischer Camino-Experte, der seit 25 Jahren Pilgergruppen begleitet findet die jüngsten Ereignisse "äußerst beunruhigend". Er appelliert an alle Pilger, stets ein Handy dabei zu haben und niemals allein zu gehen.

Andreas Drouve

 

Spanisches Jakobusforum, Zusammenstellung der Todesfälle auf dem Camino in 2009

PEREGRINOS FALLECIDOS

Desde las Asociaciones recordamos a los peregrinos y amigos jacobeos que a lo largo de este 2010 han fallecido en la plenitud de su peregrinación a la tumba del Beati Sancti Iacobi.

 

Steffen Anters, peregrino alemán de 26 años, murió el 17 de enero arrollado por un tren en las proximidades de Sergude (La Coruña), entre Vedra y Susana, a pocos kilómetros de Compostela.

Manuel Jiménez, peregrino madrileño, de 78 años de edad, murió en la madrugada del domingo 25 de abril a la salida de Navarrete (La Rioja), víctima de un infarto mientras realizaba la‘Valvanerada’.

Linus Gillis, peregrino canadiense que peregrinaba desde Saint-Jean-Pied de Port, de 62 años de edad, murió el 17 de mayo en Terradillos de los Templarios (Palencia).

Adrianus Christiaan Jacoba Van Gol, peregrino holandés que hacía la peregrinación en bicicleta desde su país, de 71 años de edad, murió el 22 de mayo en León víctima de un paro cardiaco.

Un peregrino italiano, de 31 años de edad, murió el 9 de julio cuando ascendía el puerto de Ibañeta (Navarra), a causa de un golpe de calor.

Carmelo Arnaiz Chatón, peregrino español, de 68 años de edad, murió el 9 de julio en el albergue de Avilés (Asturias) mientras dormía, a causa de un infarto.

Giuilio Recusani, peregrino italiano, de 26 años de edad, murió ahogado el 20 de agosto de 2010 en Fisterra, tras cumplir la peregrinación en Compostela y proseguir hasta el Finisterre.

George Kollen, peregrino alemán que realizaba la peregrinación con un grupo de su misma nacionalidad, de 67 años de edad, murió en la mañana del 16 de octubre entre Sarria y Portomarín (Lugo), a causa de un infarto.

Juan Bautista Prats i Català, de 68 años de edad, fallecido la noche del día 28 al 29 de abril, de infarto mientras dormia en el pueblo de Hontanas, provincia de Burgos.
 

¡Que el Apóstol les guíe a la casa del Padre! Ultreia e suseia

 

Aus einem Pilgerforum zum Thema:

 

Der Jakobsweg ist kein Wanderweg (zu: Tod auf dem Jakobsweg)

« Antwort #28 am: Juli 10, 2013, 09:51:00 Vormittag » Zitat

Mitte Mai 2013 wurde hier im Forum noch die Begehbarkeit des Somport-Passes diskutiert, ich beteiligte mich sehr flapsig an dem Austausch. DOCH: Am 29. Mai (!!) startete ich alleine in SJ bei Nieselregen auf den "Napoleon", den ich leider nur bei Regen und tiefhängenden Wolken kenne. Plötzlich erst Hagel, dann Nebel, schließlich Schneefall, aber waagrecht. Ich kroch zu 3 Amis unter eine zusammengeknöpfte Plane. Da ich aber wusste, dass die Schutzhütte in der Nähe ist, machte ich mich ohne meine Kraxe auf den Weg, den ich mit Stücken meiner roten Wäscheleine markierte. Tatsächlich fand ich das Häuschen nach ca. 1 km. Also zurück, erst einen Ami mit meinem schlechten Englisch überzeugt, mit ihm zur Hütte, mit ihm zurück, und nun wir 4 zur Schutzunterkunft. Teils waren die Amis sommerlich ausgerüstet, ich hatte nur ein histo-risches Gewand an (dickes Leinenhemd, Beinlinge aus Wildleder und eine kurze Fleecejacke + Regencape).

Also wurde gelost, wessen Rucksack als erster zum Lagerfeuer umgewandelt wird. Über Ami-Handy die SJ- Pilgerinfo endlich erreicht: "Hilfe ist schon unterwegs". Zweiter Rucksack brannte schon, als ein Hirtenhund Laut gab und in die Hütte kam. Ein Ami wollte ihn mit dem Stock schlagen: "A wolf!“ Es kamen noch zwei Hunde, schließlich der Schäfer. Der gab uns etwas zu trinken, dagegen ist ein "Jägertee" ein Kinderpunsch. Dann ging’s im Gänsemarsch nach Roncesvalles. Rechts, links und hinten ein Hund, der auch mal nach der Wade schnappte, wenn wir aus der Reihe gingen. Im Kloster kamen wir um 23:00 Uhr an, dann samt Kla- motten UND Schuhen (in "diesen hl. Hallen") direkt unter die Dusche. Ein Ami kam mit Erfrierungen noch in der Nacht ins Krankenhaus, für uns drei wurden andere Pilger in den alten Saal um verlegt. FAZIT: Das war wirklich knapp. Man soll also auf dem Jakobsweg mit ALLEM rechnen! Den Weg habe ich am 1.7.2013 gesund in Santiago beendet.

Wir mussten für die Rettung nichts zahlen, da die Route Napoleon nicht offiziell gesperrt war. ABER wenn der Weg gesperrt ist (div. Schilder an Straße und Pfad), dann wird eine Rettung sehr teuer (bis 15.000,-).
Wie ich anderentags hörte, haben sich schon Anfang Mai ein Pilger und im März zwei Pilger verirrt und sind im Weideland erfroren.

 

Re: Tod auf dem Jakobsweg.

« Antwort #24 am: Juli 26, 2012, 02:25:50 Zitat

Ich durfte auf meinen Camino Frances 2007 einen sehr netten älteren (bzw. alten) Herrn kennenlernen. Er war 94 Jahre alt, ging mit 2 Stöcken und das sehr langsam. In der Meseta ist er in brütender Hitze zusam- mengebrochen, die Polizei holte ihn ab und brachte ihn ins Krankenhaus. Er bekam eine Infusion und war abends wieder in der Herberge. Da kam ich mit ihm ins Gespräch.

Seine Frau ist vor vielen Jahren verstorben, seitdem geht er pilgern auf den Jakobsweg. Ich hatte vorher schon von ihm gehört: „Den musst du doch kennen, der ist doch immer hier unterwegs!“ In jeder Herberge war er bekannt, er bekam stets eine Extraportion zu essen und immer einen guten Schlafplatz. Er war (oder ist vielleicht immer noch?) von Roncesvalles nach Santiago unterwegs. Und er braucht für diese Strecke immer 4 - 5 Monate. Er geht im Frühjahr los und kommt im Herbst an. Ich hab mich gewundert und ihn gefragt, warum er sich die Meseta in dieser Hitze antut, er kennt die Strecke ja, er ist sie schon oft gegan- gen. Seine Antwort hat mich total überwältigt.

Er sagte:  „Mein Traum ist es auf dem Jakobsweg zu sterben. Ich möchte nicht in München in meiner Woh- nung sterben, sondern hier…“ Er hat sich jedes Jahr auf den Frühling gefreut, wenn er wieder losziehen konnte, und jedes Jahr gehofft nicht mehr heimzukommen.

 

Eine Gedenktafel für eine kanadische Pilgerin ist mir sehr in Erinnerung geblieben.
Pueda ella caminar siempre sobre los campos de oro.
"Möge Sie immer über die Felder aus Gold wandern."

 

 

 

Den alten Mann kann ich übrigens bestens verstehen........

 

 

 

 

 

 

 

 

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