Zu-Fall gekommen ist der Freund, der mich gestern lange angerufen hat. Das war ein ziemlicher Schock. Viele Monate Klinik, anschließend Reha. Das Trauma ist noch nicht ganz überwunden, so berichtet er. Wen würde es wundern, bei der Schwere der erlittenen Verletzungen. Er erzählt von den vielen Menschen die sich liebevoll um ihn gekümmert haben, die es braucht, wenn wir einen solchen Einschnitt erleben müssen in unserem Alltag. 

Zufall(?), dass ich gerade bis gestern die Entscheidung zu treffen hatte: Haus in Galicien, ja oder nein? Sie war im Grunde gefallen, aber der Anruf gab das entscheidende letzte Quentchen dazu. Auswandern sollte man, wenn man jung und gesund ist. Aber da ist man (im guten Fall) beruflich und familiär integriert, schafft sich Eigentum an, fördert die Kids im Schulbereich. Wer ginge da fort in ein anderes Land?

So sind es oft die Rentner und Pensionäre, die diesen Schritt wagen. Meistens ohne Sprachkenntnis- se, schutzsuchend in Ghettos für deutsche Residenten. Verbunden mit dem Partner. Und wenn der verstirbt? Eine schwere Erkrankung unvermittelt auftritt? Dann ist Holland in Not. Oder der Neu- spanier, -türke oder was auch sonst immer. Wie zurück in die deutsche Wohlstands - Rundumversor- gung? Nicht nur medizinisch...

Auch meine Erinnerung war sofort präsent: Mitten auf dem Krankenhausflur in Granada, während Besuchermassen mit Tüten, Taschen und Kindern sich vorbeischoben zerrten mehrere Weißkittel mein Bein in die Länge, um den Fuß statt rechtwinkling nach links wieder in die Normalstellung nach vorn gerichtet zu bringen. Mit roher Gewalt, ohne irgendein Schmerzmittel oder etwa vorherige Ansage. Das war ein größerer Schock, als der Unfall selbst. Zumal, wenn man komplett ausgekleidet worden ist und nur ein kniekurzes OP - Hemdchen übergeworfen bekam (nicht etwa angezogen!).

Möchte man solche Situationen noch einmal erleben? Oder monatelange Wartezeiten? Wie wollte man einem keiner Fremdsprachen mächtigen spanischen Notarzt genau erklären, dass das Herz Pro- bleme macht, man Schmerzen im Gallenbereich hat, usw. ? Wie alle Menschen werde ich (noch) äl- ter und somit sicherlich nicht gesünder. Möchte man da ohne kompetente Hilfe sein? Ergeht es mei- nem ehemaligen Weggefährten nicht gerade so? Mitten im Ausbau seines galicischen Hauses, dass als Alterssitz vorgesehen war?

Die Entscheidung war also letztlich einfach. Wenn auch nicht leicht. Der Vernunft geschuldet. Ge- fühle kann ich mir diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten. Es ist wie es ist, weil es war, wie es war. Und die Folgen habe ich zu tragen. Geld braucht man überall um zu leben, auch und gerade in dünn besiedelten Regionen. Wer wollte als älterer Mensch 4 km zum Supermarkt lau- fen und dies auch zurück? Auf Wegen, die mit unseren nicht zu vergleichen sind, bei 150 Regentagen im Jahr und reichlich Schnee? Das wollen selbst die Einheimischen nicht mehr, daher bluten die Dörfer aus und tausende verfallen.

Etliche Stunden lang habe ich mich gestern mit Galicien beschäftigt. Meinen Fotos dazu, gerade je- nen vom Jakobsweg im vorigen Jahr. Dann entstand die Idee, daraus einen kleinen Film zu machen. Laienhaft, na klar. Aber er zeigt, warum ich mich in dieser Region so extrem daheim fühle. Warum es meine Landschaft ist, verzaubert, mystisch, mit Legenden behaftet. Selbst die Pilgermassen ver- mochten nicht sie zu zerstören...

Das Video hier einzubauen hat mich heute ebenfalls Stunden gekostet. Youtube einzubinden ist leicht. Aber eben dort wollte ich nicht mit meinen persönlichen Bildern vertreten sein. So habe ich einen anderen Ort gewählt. Und die Einstellung: PRIVAT. Das machte es schwierig. Nun aber funk- tioniert es hoffentlich (nach etlichen Testseiten hier)!

 

In das Password - Fenster: Gabrielum eingeben, danach auf  watch video klicken.

Ein Klick im Videofenster rechts unten auf die 4 weißen Pfeile vergrößert bei Bedarf die Ansicht.

 

 

 

 

 

Bei Dir ist das Licht, Du vergißt mich nicht.
Bei Dir ist die Hilfe, bei Dir ist die Geduld.

Ich verstehe Deine Wege nicht,
Aber Du weißt den Weg für mich...

(nach Dietrich Bonhoeffer)

 

 

 

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